78. 2021 – das Jahr der kleinen Momente und großen Schritte

Heute habe ich mein Momente-Glas ausgeleert und all meine schönen Momente in 2021 Revue passieren lassen, die ich da auf diesen kleinen Zettelchen notiert und im Glas deponiert habe. Das ist eine Tradition, die ich vor zwei Jahren begonnen habe, und es ist wirklich schön, sich alle diese Momente zum Jahresende noch einmal vor Augen zu führen …

Das erste viertel Jahr im Zeitraffer

Im Momente-Glas 2021 drehte sich ziemlich viel um meinem Papa, wie er Stück für Stück, nach seinem großen Tief in 2020 wieder zurück ins Leben fand. Wie er wieder häufiger meinen Namen sagte. Wie wir an vielen Tagen – bereits im Februar bei sage und schreibe 22 Grad und Sonne – draußen im Garten saßen und die gemeinsam Zeit einfach nur genossen haben. Und wir er im Lauf der Zeit, erst fünf, dann zehn und erst kürzlich sogar 15 Kilo zugenommen hat.

Mai: Wo sind meine Momente?

Zwischendurch reißt es auf einmal ab. Nur wenige schöne Momente haben ab Mitte/ Ende Mai den Weg ins Glas gefunden und dabei hab ich doch so viel Wunderbares in diesem Jahr erlebt. Offensichtlich war ich zu beschäftigt, um sie festzuhalten. Das muss in 2022 unbedingt wieder anders werden. Zum Glück kann ich mich noch gut an vieles erinnern …

Los ging es Ende Mai … ich war sehr enttäuscht, dass es mit unserem Urlaub nicht klappt und habe daher beschlossen: Das Geld investiere ich jetzt in meine Weiterbildung. Schon viele Jahre hatte ich eine Idee im Kopf und sie immer wieder verdrängt. Keine Zeit. Andere Verpflichtungen. Alles nur Hirngespinste. Das war nur drei von vielen Sätzen, die mich an der Umsetzung hinderten.

Heute ist mir irgendwo der Satz begegnet: „die Veränderung bist du selbst, die Veränderung beginnt bei dir selbst.“ Wie wahr. Du kannst zwar Pläne machen. Listen schreiben. Doch zunächst einmal musst du bereit dafür sein. Musst es wirklich wollen. End Mai war ich dann wohl bereit für die Veränderung – und dass dabei so etwas Wundervolles entsteht, hatte ich nicht erwartet.

„By the way – wenn ich vorher gewusst hätte, wie viel Arbeit das wird. Ich weiß nicht, ob ich es angepackt hätte“.

Alles neu macht der … Juni

Also buchte ich im Juni meinen ersten Online-Workshop überhaupt. „In 8 Wochen zu deinem Mini-Produkt“. Passives Einkommen generieren. Einmal einen Kurs erstellen und den dann immer und immer wieder verkaufen. Einmal Zeit investieren und dann über Jahre die Früchte ernten. Tolle Aussichten. Himmel waren das aufregende acht Wochen. Und ja. Ich hab es tatsächlich durchgezogen. Im August ging mein erstes Mini-Produkt in den Verkauf: Der Online-Selbstlern-Kurs EINFACH BLOGGEN. Ein Schreib-und-SEO-Kurs für Blogger*innen.

Zunächst lief der Verkauf zögerlich an. Kurz gesagt. Mich kannt man zwar, als Tanja alias Quasselstrippe, die Bloggerin und Texterin, aber mein Kurs-Angebot, das kannte keine Sau. Also ging ich die Sache an. Reichweite aufbauen, Community aufbauen, Kund*innen generieren.

September: Lass uns Masterminden

Dann die bange Frage: Für wen oder was mach ich den ganzen Scheiß. Doch nicht nur für einen Mini-Kurs. Ich wollte mehr! Also ging ich es an. Im August buchte ich direkt mein erste Mentoringprogramm ever. Ich besuchte Masterminds, fand den Austausch mit Gleichgesinnten und die intensive Begleitung einer Mentorin. Dieselbe, mit der ich auch den Mini-Kurs kreierte. Was dann in den nächsten 4 Monaten passierte glich einer Achterbahn.

Ich lernt mich zu fokussieren und, jahaaaa, den Fokus zu halten. Arbeitete diszipliniert meine Listen ab und entwickelte ein konkretes Ziel: Ich möchte ein Schreib- und SEO-Coaching für Unternehmer*innen, Freelancer*innen, Blogger*innen und Online-Shop-Betreiber*innen aufbauen.

Dazwischen die regelmäßigen Besuche bei meinem Paps. Draußen auf seiner Terrasse. Das waren und sind wirklich immer und immer wieder viele kleine schöne Momente, die es sich lohnt einzusammeln …

Oktober: Die Idee nimmt Gestalt an

Beruflich kam die Veränderung hingegen in großen Schritten. Im Oktober durfte ich mich über die erste Coaching-Kundin freuen. Im November veranstaltete ich meine erste Instagram-Challenge und im Dezember mein erstes Webinar für Online-Shop-Betreiber*innen. Thema: „Produkttexte schreiben leicht gemacht.“ 15 Teilnehmer*innen. 5 live. 10 buchten die Aufzeichnung. Coole Sache, denn dabei hab ich gelernt: Das nächste Webinar findet zu einer anderen Tageszeit statt. Denn zum geplanten Termin hatten offensichtlich wenige Zeit und buchten deshalb die Aufzeichnung.

Was für eine Entwicklung. Ich gebe zu, aktuell ist mein persönliches Empfinden eher so in die Richtung: Mann bin ich erschöpft. Blicke ich aber auf diese intensiven 6 Monate zurück, dann bin ich einfach nur happy und wahnsinnig stolz auf mich. Ich hab es durchgezogen und das Ganz neben meinem eigentlichen Business als Texterin, denn ich hatte ehrlich gesagt auch ein bisschen Sorge, dass es nicht läuft und da fuhr ich lieber mal mit Netz und doppeltem Boden los. Außerdem liebe ich meinen Job als Freelance-Texterin viel zu sehr, um ihn aufzugeben. Es ist ja auch eine wunderbare Kombination: Texterin & Schreib-Coach. Finde ich zumindest. Und daher bleibt das auch erst mal so.

Business vs. Leben – da war doch was

Zwischen all dem Business-Kram habe ich in 2022 auch meinen durchgeknalltem Junghund Fritzle versucht in die Spur zu bringen. Das ist mir leider nur so semi-gut gelungen. Aber egal, dieser Kerl ist ein Goldstück von einem Hund, eckt mit keinem anderen Hund an, begrüßt alle freundlich, uns Menschen leider etwas zu überschwänglich, er bellt, immer dann, wenn es gerade nicht passt, zieht an der Leine und hat eine bescheidene Impulskontrolle, aber wir arbeiten daran mit Feuereifer weiter … pfffffff … ich versuch es auf jeden Fall. Als Trainingspartner von Micha (meinem Mann) macht sich Fritzle hingegen super. Die beiden laufen und laufen und laufen … da haben sich zwei gefunden. Ein echtes Glück, nachdem Micha so schmerzlich seinen Laufkumpel Paule seit seinem Tod in 2018 vermisst. Jetzt hat er wieder einen Buddy und Paule wird es sicher auch freuen, wenn er von oben runter kuckt und sieht, dass es sich so gut gefügt hat.

Mein Herzensprojekt: die Demenzbotschafterin

Im September, am 21., dem Welt-Alzheimertag, habe ich zusammen mit einer anderen Demenzbloggerin doe Blogparate #demnzmoment gestartet. Einmal im Monat veröffentlichen wir zu einem vorgegebenen Thema, jeder auf seinem Blog oder auf Instagram, einen Beitrag. Veröffentlich wird immer zeitgleich am 21. des jeweiligen Monats. Ein Mammutprojekt, das mir aber viel Freude bereitet, denn es machen tolle Menschen mit und es bringt mich mit meinem Wunsch für mehr Öffentlichkeit für die Belange von Menschen mit Demenz und deren Angehörigen einen großen Schritt weiter. Ein wirklicher Meilenstein in meiner selbsternannten Funktion als Demenzbotschafterin.

Momente, die in 2021 zu kurz kamen

Leider war ich in diesem Jahr kein einziges Mal auf Reisen. Zunächst störte mich das nicht weiter, doch als im Sommer dann eine/r nach dem/der anderen Urlaubsfotos aus fernen Ländern postete, da wurde mir das Herz schon ein bisschen schwer. Leider konnten wir aus beruflichen Gründen meines Mannes nicht los. Und dieses nicht los können zog sich leider bis zum Jahresende hin. In 2022 wird das anders werden. Zwei Urlaube Minimum sind geplant – Mai und September gehören definitiv uns und unserem Fernweh. Wobei ich ehrlich zugeben muss. Wirklich was gefehlt hat mir nicht. Das waren immer mal nur so Phasen.

Ich war mit allem anderen so beschäftigt. So zufrieden wie sich die Businessveränderung entwickelt und so glücklich, dass es meinem Paps wieder besser geht, dass das Fernweh dagegen immer kleiner und mickriger wurde.

Da war da ja auch noch Corona

Natürlich komm auch ich nicht umhin, dieses Thema anzusprechen, denn es hat unser aller Jahr doch sehr geprägt. Im Januar hatte der Zimmernachbar meines Vaters Corona und zwei Pflegekräfte, die engen Kontakt zu meinem Papa haben, waren auch infiziert. Meine Papa nicht. Was für ein Glück. Dennoch war er zwei Wochen in Quarantäne, die sich wieder einmal wie gestohlene Lebenszeit anfühlten.

Was mich im Zusammenhang mit Corona außerdem sehr belastet sind diese ewigen Diskussionen, die Beschimpfungen, Unterstellungen und dieses immer wieder ankämpfen müssen gegen eine Minderheit an Querdenkern, Impfgegnern und sonstigen schwurbligen Meinungen und Ansichten. Ich bin ein kreativer Mensch, ich sehe Möglichkeiten, öffne Türen und ärgere mich nicht, wenn mal eine verschlossen bleibt, denn dann findet sich die nächste. Mürbe machen mich Menschen, die alles madig machen, die alles schlecht Reden, die nur Probleme sehen und keine Chancen. Mürbe machen mich auch Menschen, die nur ihre eigenen Regeln leben, die gegen alles etwas einzuwenden haben, die meckern und nicht handeln.

Und dann gibt es noch die, die ohne Rücksicht auf andere einfach vorwärts gehen, ihre Wünsche durchklopfen und wenn man sich dann mal in den Weg stellt und sagt, hey, deine Wünsche kreuzen hier meinen Weg, deshalb finde ich, wir sollten darüber reden und einen Kompromiss finden. Wenn diese Menschen dann auch noch mich an ihrem „Nicht-Vorankommen“ verantwortlich machen, weil ich ihnen im Weg stehe, dann verstehe ich ehrlich gesagt die Welt nicht mehr. Ich bin echt eine Kämpferin, aber ich bin auch eine Kompromissfinderin und ich bin davon überzeugt, es lässt sich über alles reden. Rumzicken hilft da wenig. Doch leider ist es vielerorts an der Tagesordnung. Dennoch lässt mich das weder hadern noch (ver)zweifeln. Ich bin eine Lösungsfinderin, ein Mensch nannte mich unlängst lösungserfinderisch, auch schön, oder?

Im Punkto Impfgegner bin ich allerdings nicht so sicher, ob sich da ein Kompromiss finden lässt und ehrlich gesagt, ist mir dazu auch ein bisschen die Lust vergangen. Ich diskutiere gerne und mit jedem. Sobald es Beschimpfungen hagelt, ziehe ich mich aber zurück. Das ist es nicht wert. Meine Aufgabe sehe ich nun eher darin, zu zeigen, dass diese Querdenker und Co. nur eine laute Minderheit sind. Die Mehrheit denkt anders, ist aber leider still und leise. Deshalb schenke ich ab sofort dieser Mehrheit meine laute Stimme!

Wofür ich dankbar bin

Allem voran, bin ich dankbar dafür, dass das Schicksal uns noch ein weiters Jahr mit meinem Papa geschenkt hat. Das ist wahrlich das Größte für mich, denn ich sage euch ehrlich. An jedem Tag vermisse ich ihn hier zuhause, in seinem Haus, auch wenn ich weiß, dass er in seinem Heim in guten Händen ist. Doch ich vermisse ihn, vermisse es, ihn einfach mal kurz besuchen zu können, einfach bei ihm zu sein oder nach seinem Rat fragen zu können. Doch er ist ja trotzdem noch da und dafür bin ich dankbar.

Ich bin dankbar für die Menschen, die sich um meinen Paps kümmern. Das sind ja nicht „nur“ die Pflegekräfte, auch die Betreuer*innen, das Reinigungspersonal, die Mitarbeiter in der Heimverwaltung und die Küchenkräfte. Sie alle haben es meinem Papa und auch uns so angenehm wie möglich gemacht in diesem 2. Virus-Jahr. Sie haben sich um meinem Paps gekümmert und auch immer ein offenes Ohr für uns Angehörige gehabt.

Dann bin ich dankbar für die vielen tollen Menschen, die ich in diesem Jahr auf den unterschiedlichsten Kanälen kennenlernen durfte. Daraus haben sich ein paar wertvolle Verbindungen ergeben, die das Leben einfach wertvoller machen.

Ich bin auch dankbar dafür, dass ich gesund bin, denn im Oktober hätte das in eine ganz andere Richtung gehen können. Auf einmal schwebe der Verdacht Brustkrebs über mir und bescherte mir ein paar bange Wochen. Es hat sich zum Glück als Kalkansammlung in der Brust entpuppt. Großes Aufatmen. Doch ich bleibe unter Beobachtung. Muss oder darf (wie man es sehen mag) einmal jährlich zur Mammografie und hoffe das Beste.

Think PINK!

Das ist hier wie dort meine Devise – und so blicke ich zuversichtlich ins neue Jahr, das mich, das uns mit Sicherheit wieder vor zahlreiche Herausforderungen stellen wird. Doch eines ist klar. Auch das werden wir wuppen und daran wachsen … im Innen wie im Außen.

In diesem Sinne wünsche ich dir ein frohes neues Jahr. Bleib gesund und guten Mutes und sei dir vor allem des Einen gewiss. In jedem Problem steckt die Chance daran zu wachsen.

Bist du startklar für 2022? Dann los: Lass uns das Momente-Glas füllen!

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